30 stycznia 2011 - Polnische Gemeinde Wiesbaden feiert Errichtung

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst würdigt die Kirche Polens WIESBADEN. – Das sonnige Wetter passte zum freudigen Anlass: „Einen schöneren Sonntag hätte man nicht finden können“, meinte denn auch Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst am Schluss des Pontifkalamtes, mit dem am 30. Januar die Errichtung der Polnischen Gemeinde Wiesbaden gefeiert wurde. Schon eine halbe Stunde vor Beginn füllten sich die Reihen in der Kirche Heilige Familie, in der die Katholiken polnischer Muttersprache schon seit 2007 eine Heimat gefunden haben. „Wir haben lange auf diesen Moment gewartet“, fasste Pfarrer Adam Prorok, dem mit dem heutigen Tag die Gemeindeleitung übertragen wurde, die Gefühle der Gläubigen in Worte. Es sei für alle eine große Ehre, den Bischof an diesem besonderen Tag begrüßen zu dürfen. In seiner Predigt erinnerte Bischof Tebartz-van Elst an Papst Johannes Paul II. als „großen Sohn Polens und kraftvollen Zeugen des Glaubens.“ Er würdigte dabei auch die große Kraft im Glauben, die die Kirche Polens in sich trage und mitbringe. Für ihn als Bischof und für die ganze Kirche von Limburg sei es ein Anlass für Dankbarkeit und Freude, „dass sie unter uns sind als kostbarer Teil des Bistums Limburg“, sagte er an die Gläubigen gewandt. Was sie mitbringen würden, „was uns manchmal fehlt und was wir durch sie lernen“, sei die Freude am Gebet, die Bereitschaft zur Mission und die Freude an der universalen Kirche. Es brauche diese neue Hinkehr zum Gebet, die die polnischen Katholiken so treu in die Kirche von Deutschland trügen, „damit es Aufbruch in der Kirche geben kann“, betonte der Bischof. „Die Beter haben die Kraft, die Welt zu verändern.“ Eindringlich unterstrich er auch den nötigen Mut zur Mission: In einer Welt, in der sich vieles so schnell ändere, müssten die Gläubigen den Mut haben, Position zu beziehen. Dabei erwachse aus der Gemeinschaft des Glaubens auch die Kraft zur Solidarität. „Unsere Zeit braucht die Auskunftsfähigkeit im Glauben.“ Die Kirche kenne weder Fremde noch Grenzen. Die besonderen Prägungen der anderen, die kulturelle Vielfalt in dem einen Glauben sorge für Zusammenhalt, sagte der Bischof und unterstrich bei dieser Gelegenheit einmal mehr seine Überzeugung, dass die muttersprachlichen Gemeinden der größte Schatz des Bistums seien. Dass sie dieser Rolle gerecht werden wollen, hatte Pfarrer Adam Prorok schon gleich zu Beginn dem Bischof zugesichert. Die Gemeinde werde alles dafür tun, mit ihrer traditionsreichen Glaubenspflege zu den Schätzen des Bistums beizutragen, versprach er. Als Stadtdekan und als Pfarrer von St. Bonifatius meldete sich als erster Gratulant Stadtdekan Wolfgang Rösch zu Wort. Er wolle gerne Anteil nehmen an ihrer Freude und ihrem Stolz, sagte er und wünschte ein gutes Zusammenleben. Die Gemeinden sollten als Geschwister den gemeinsamen Weg gehen und sich in der Stadtkirche gegenseitig befruchten. Zu der Polnischen Gemeinde Wiesbaden gehören 12 500 Gläubige. Sie ist jetzt neben der Frankfurter Gemeinde die zweite Gemeinde für Katholiken polnischer Muttersprache im Bistum Limburg und zuständig für Wiesbaden, Rheingau, Untertaunus, Limburg, Westerwald und Rhein-Lahn. Die regelmäßigen Gottesdienste in Wiesbaden besuchen am Wochenende an die 700 Gläubige. Weitere Gottesdienste finden jede Woche am Samstag, 18 Uhr, in St. Walburga, Oestrich-Winkel, und jeden zweiten Sonntag im Monat um 16 Uhr in St. Marien, Limburg statt.

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