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Bischof besucht Papstausstellung
in Wiesbaden 24.06.2011

Ein Papst-Porträt als Geschenk für die Polnische Gemeinde

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst besuchte die Papstausstellung in der Polnischen Gemeinde Wiesbaden. (Fotos: P. Arndt)
Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst besuchte die Papstausstellung in der Polnischen Gemeinde Wiesbaden. (Fotos: P. Arndt)

LIMBURG/WIESBADEN. Ein Porträt des selig gesprochenen Papstes Johannes Paul II. überbrachte Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst am Freitag, 24. Juni, der Polnischsprachigen Katholischen Gemeinde in Wiesbaden. Das Porträt wurde im Rahmen des Pontifikalamtes am 8. Mai anlässlich der Seligsprechung Johannes Pauls II. im Hohen Dom zu Limburg präsentiert.

Tebartz-van Elst besuchte die noch bis zum 27. Juni geöffnete Papstausstellung „Pontifex – Brückenbauer“ in der Kirche Heilige Familie und segnete die frisch renovierten und neu möblierten Räume des Pfarrheims ein, die jetzt gastlicher gestaltet sind und zur Begegnung einladen. Pfarrer Adam Prorok führte den Bischof durch die Ausstellung, die Bilder und markante Zitate von den drei Besuchen Papst Johannes Pauls II. in den Jahren 1980, 1987 und 1996 zeigt. Er erinnere sich noch gut an den ersten Besuch des Papstes in Deutschland, den er als Student mit großem Interesse verfolgt habe, sagte der Bischof.

Die Ausstellung dokumentiert, wie sich der Papst auf seinen Reisen in Worten und persönlichen Gesten für die Ökumene, den interreligiösen Dialog, die christlichen Wurzeln Europas und Deutschlands, den Wert des Lebens ab dem Zeitpunkt der Empfängnis und das Engagement von Laien im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben eingesetzt hat. Eine Tafel dokumentiert schlaglichtartig den weltweiten Einsatz des für seine vielen Reise bekannten Papstes: So hat Johannes Paul II auf seinen insgesamt 104 Auslandsreisen 1,6 Millionen Kilometer absolviert und 127 Länder besucht. In seinem Pontifikat hat er mit über 1500 Staats- und Regierungschefs gesprochen und bei seinen insgesamt 1160 Generalaudienzen 17,6 Millionen Menschen erreicht. Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen und der Film mit dem Titel „Zeugnis“. (pa)


Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
würdigt die Kirche Polens

 Bischof Tebartz-van Elst verliest die Urkunde zur offziellen Ernennung der Gemeinde und überträgt Pfarrer Prorok die Leitung. Foto:  Reichwein
Bischof Tebartz-van Elst verliest die Urkunde zur offziellen Ernennung der Gemeinde und überträgt Pfarrer Prorok die Leitung. Foto:Reichwein

WIESBADEN. – Das sonnige Wetter passte zum freudigen Anlass: „Einen schöneren Sonntag hätte man nicht finden können“, meinte denn auch Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst am Schluss des Pontifkalamtes, mit dem am 30. Januar die Errichtung der Polnischen Gemeinde Wiesbaden gefeiert wurde. Schon eine halbe Stunde vor Beginn füllten sich die Reihen in der Kirche Heilige Familie, in der die Katholiken polnischer Muttersprache schon seit 2007 eine Heimat gefunden haben. „Wir haben lange auf diesen Moment gewartet“, fasste Pfarrer Adam Prorok, dem mit dem heutigen Tag die Gemeindeleitung übertragen wurde, die Gefühle der Gläubigen in Worte. Es sei für alle eine große Ehre, den Bischof an diesem besonderen Tag begrüßen zu dürfen.

 

In seiner Predigt erinnerte Bischof Tebartz-van Elst an Papst Johannes Paul II. als „großen Sohn Polens und kraftvollen Zeugen des Glaubens.“ Er würdigte dabei auch die große Kraft im Glauben, die die Kirche Polens in sich trage und mitbringe. Für ihn als Bischof und für die ganze Kirche von Limburg sei es ein Anlass für Dankbarkeit und Freude, „dass sie unter uns sind als kostbarer Teil des Bistums Limburg“, sagte er an die Gläubigen gewandt. Was sie mitbringen würden, „was uns manchmal fehlt und was wir durch sie lernen“, sei die Freude am Gebet, die Bereitschaft zur Mission und die Freude an der universalen Kirche.

Einen Ehrenplatz in der Kirche hat das Bildnis der Schwarzen Madonna von Tschenstochau
Einen Ehrenplatz in der Kirche hat das Bildnis der Schwarzen Madonna von Tschenstochau

Es brauche diese neue Hinkehr zum Gebet, die die polnischen Katholiken so treu in die Kirche von Deutschland trügen, „damit es Aufbruch in der Kirche geben kann“, betonte der Bischof. „Die Beter haben die Kraft, die Welt zu verändern.“ Eindringlich unterstrich er auch den nötigen Mut zur Mission: In einer Welt, in der sich vieles so schnell ändere, müssten die Gläubigen den Mut haben, Position zu beziehen. Dabei erwachse aus der Gemeinschaft des Glaubens auch die Kraft zur Solidarität. „Unsere Zeit braucht die Auskunftsfähigkeit im Glauben.“ Die Kirche kenne weder Fremde noch Grenzen. Die besonderen Prägungen der anderen, die kulturelle Vielfalt in dem einen Glauben sorge für Zusammenhalt, sagte der Bischof und unterstrich bei dieser Gelegenheit einmal mehr seine Überzeugung, dass die muttersprachlichen Gemeinden der größte Schatz des Bistums seien. Dass sie dieser Rolle gerecht werden wollen, hatte Pfarrer Adam Prorok schon gleich zu Beginn dem Bischof zugesichert. Die Gemeinde werde alles dafür tun, mit ihrer traditionsreichen Glaubenspflege zu den Schätzen des Bistums beizutragen, versprach er. 

Fröhliches Gruppenbild mit Bischof und Pfarrer
Fröhliches Gruppenbild mit Bischof und Pfarrer

Als Stadtdekan und als Pfarrer von St. Bonifatius meldete sich als erster Gratulant Stadtdekan Wolfgang Rösch zu Wort. Er wolle gerne Anteil nehmen an ihrer Freude und ihrem Stolz, sagte er und wünschte ein gutes Zusammenleben. Die Gemeinden sollten als Geschwister den gemeinsamen Weg gehen und sich in der Stadtkirche gegenseitig befruchten.

Zu der Polnischen Gemeinde Wiesbaden gehören 12 500 Gläubige. Sie ist jetzt neben der Frankfurter Gemeinde die zweite Gemeinde für Katholiken polnischer Muttersprache im Bistum Limburg und zuständig für Wiesbaden, Rheingau, Untertaunus, Limburg, Westerwald und Rhein-Lahn. Die regelmäßigen Gottesdienste in Wiesbaden besuchen am Wochenende an die 700 Gläubige. Weitere Gottesdienste finden jede Woche am Samstag, 18 Uhr, in St. Walburga, Oestrich-Winkel, und jeden zweiten Sonntag im Monat um 16 Uhr in St. Marien, Limburg statt. (rei)

              Barbara Reichwein (Internetportal des Bistums Limburg - 30.01.2011)